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Fidel Castro
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Fidel Alejandro Castro Ruz [ ( audio)] (* 13. August 1926/1927cite-ref-furiati-1-0[1]cite-ref-2[2] in BirĂĄn bei MayarĂ­, Provinz Oriente; † 25. November 2016 in Havannacite-ref-3[3]) war ein kubanischer RevolutionĂ€r, kommunistischer Politiker, marxistischer Theoretiker und diktatorisch regierender Regierungschef bzw. StaatsprĂ€sident Kubas sowie erster SekretĂ€r des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas.

Castro war mit der Bewegung des 26. Juli (M-26-7) die treibende Kraft der kubanischen Revolution, die am Jahresende 1958 zum Sturz des Diktators Fulgencio Batista fĂŒhrte.

Als Staats- und Regierungschef Kubas prĂ€gte er 49 Jahre lang die Entwicklung seines Landes. Politisch war Castros Rolle umstritten: Von den einen war er wegen der Durchsetzung eines Einparteiensystems und als Verantwortlicher fĂŒr diverse Menschenrechtsverletzungen gehasst und gefĂŒrchtet, von den anderen verehrt und bewundert als RevolutionĂ€r und Befreier Kubas.cite-ref-4[4]

Als sozial- und kulturpolitische Leistungen werden vor allem Castros Kampf gegen die verbreitete Armut und den Analphabetismus im Land hervorgehoben, so etwa die EinfĂŒhrung eines unentgeltlichen schulischen Bildungs- und medizinischen Grundversorgungssystems fĂŒr die gesamte Bevölkerung.

Als Protagonist einer antiimperialistischen Weltanschauung auf marxistischer Grundlage unterstĂŒtzte Castro außenpolitisch – auch militĂ€risch – diverse antikoloniale und nationale Befreiungsbewegungen der so genannten Dritten Welt in UnabhĂ€ngigkeitskĂ€mpfen gegen die herrschenden KolonialmĂ€chte.

Nach dem ab 1960 bestehenden Embargo der Vereinigten Staaten gegen Kuba war Castro auf die wirtschaftliche UnterstĂŒtzung der Sowjetunion angewiesen. Mit der Stationierung sowjetischer Kernwaffen auf Kuba im Jahr 1962 und der damit folgenden Kubakrise geriet Castro in den Fokus der Blockkonfrontation des Kalten Krieges. Gleichwohl versuchte er trotz der Verbindung zur UdSSR diese Konfrontation zu ĂŒberwinden. Kuba schloss sich unter seiner Regierung der Bewegung der Blockfreien Staaten an. Fidel Castro selbst war von 1979 bis 1983 sowie von 2006 bis 2008 Vorsitzender der Blockfreien Staaten.cite-ref-5[5]

Contents

‱ Leben
‱ Nach 1989
‱ Tod
‱ Kritik
‱ Personenkult
‱ Lebensstil
‱ Trivia
‱ Literatur
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Leben

Jugend und Familie

Fidel Castro wurde am 13. August 1926 oder 1927 geboren.cite-ref-furiati-1-1[1]cite-ref-bbc-secretos-6-0[6] Er war ein nichteheliches Kind des Zuckerrohrplantagenbesitzers Ángel Castro Argiz und dessen Hausköchin Lina Ruz GonzĂĄlez. Sein Vater war ein spanischer Immigrant aus dem galicischen Dorf San Pedro de LĂĄncara, der als Soldat der spanischen Kolonialarmee nach Kuba kam. Castros Mutter war die Tochter eines Bauern aus der kubanischen Provinz Pinar del RĂ­o, der bei Castros Vater angestellt war. Der Vorname Fidel geht auf einen Freund von Castros Vater, Fidel Pino Santos, zurĂŒck.cite-ref-burgos-7-0[7] Castro hat neben den BrĂŒdern RaĂșl und RamĂłn (1924–2016) noch die Schwestern Ángela MarĂ­a („Angelita“), Enma, Juana („Juanita“) und Agustina sowie zwei Halbgeschwister aus der ersten Ehe seines Vaters (Pedro Emilio und Lidia Castro Argota) und mindestens einen weiteren Halbbruder aus einer außerehelichen Beziehung seines Vaters.

Das erste offizielle Dokument ist eine Taufurkunde aus dem Jahr 1935, die auf den Namen „Fidel HipĂłlito Ruz GonzĂĄlez“ ausgestellt ist. Er trĂ€gt dort beide Nachnamen der Mutter, da er als nichteheliches Kind ausgewiesen wird. Nach der Scheidung seines Vaters 1941 ließ dieser eine neue Taufbescheinigung fĂŒr Fidel ausstellen, sie lautete nun auf den Namen „Fidel Ángel Castro Ruz“; das Geburtsdatum soll gegen Bestechung auf den 13. August 1926 vordatiert worden sein, damit Fidel das Jesuitenkolleg in Havanna besuchen konnte, wofĂŒr er eigentlich noch zu jung gewesen wĂ€re. Das letzte Taufzeugnis wurde dann im Dezember 1943 nach der Heirat seines Vaters mit Mutter Lina auf den endgĂŒltigen Namen „Fidel Alejandro Castro Ruz“ ausgestellt.cite-ref-furiati-1-2[1]cite-ref-gl-sing-8-0[8]cite-ref-9[9]

Castro wurde von seiner Mutter katholisch erzogen. Trotz des Reichtums der Familie (sein Vater Ángel hatte ein Hotel, eine Telegrafenstation, eine Metzgerei und eine BĂ€ckerei, mehrere Handwerksbetriebe sowie eine kleine Schule eingerichtet) kam er hĂ€ufig mit der armen Landbevölkerung in Kontakt. Er besuchte erst eine kleine Dorfschule in MayarĂ­, spĂ€ter kam er auf das von den Marianern geleitete Colegio La Salle in Santiago de Cuba.cite-ref-bourne-fidel-10-0[10] Er wohnte bei der Familie des haitianischen Konsuls Luis Hibbert, einem GeschĂ€ftspartner des Vaters. Als uneheliches und (zunĂ€chst) nicht getauftes Kind wurde Fidel von seinen MitschĂŒlern oft gehĂ€nselt. Die Taufe erfolgte erst im Januar 1935 auf den Namen Fidel HipĂłlito Ruz GonzĂĄlez.cite-ref-11[11] Der zweite Vorname HipĂłlito stammt von seinem Paten, Luis HipĂłlito Alcides Hibbert. Der Nachname seines Vaters tauchte in der Taufurkunde nicht auf, da dieser seine Kinder mit Lina Ruz erst nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau und seiner anschließenden Heirat mit Lina im April 1943 formal anerkannte. 1943 erhielt Fidel dann seinen endgĂŒltigen Namen Fidel Alejandro Castro Ruz.cite-ref-burgos-7-1[7] Vom Colegio La Salle wechselte er auf die jesuitische Schule Colegio Dolores in Santiago und spĂ€ter auf das ebenfalls jesuitisch gefĂŒhrte Colegio BelĂ©n in Havanna.cite-ref-12[12] Auch seine Geschwister wurden auf katholischen Schulen erzogen.

Im Gegensatz zur ausgeprĂ€gten katholischen Familientradition wandte sich Castro nach seinem Aufstieg zum Regierungschef zunehmend gegen die Kirche, deren Einfluss auf die kubanische Gesellschaft er auf vielfĂ€ltige Weise zurĂŒckdrĂ€ngte. 1960–1961 kam es wegen der schrittweisen Hinwendung der Revolutionsregierung zum Kommunismus dann zum offenen Konflikt: Castro lehnte die Religion analog der von ihm nun offen vertretenen marxistisch-leninistischen Ideologie schließlich komplett ab und ließ ihre Vertreter und AnhĂ€nger verfolgen und ausgrenzen sowie kirchliches Eigentum grĂ¶ĂŸtenteils verstaatlichen. Entgegen den seit 1962 oft wiederholten Berichtencite-ref-13[13] wurde Castro jedoch niemals explizit exkommuniziert. Der von Papst Pius XII. 1949 in einem Dekret verfĂŒgte automatische Kirchenausschluss fĂŒr erklĂ€rte Kommunisten wurde von Papst Johannes XXIII. nicht vollzogen.cite-ref-14[14] Castro selbst bezeichnete sich als Atheist, berief sich aber hin und wieder auf die Bibel und das Christentum. Ein hohes Regierungsmitglied charakterisierte ihn folgendermaßen: „Fidel ist als erstes RevolutionĂ€r, als zweites Jesuit und erst dann Marxist.“cite-ref-bourne-fidel-10-1[10] 1996 erhielt Castro eine viel beachtete Privataudienz bei Papst Johannes Paul II., den er 1998 zu einem offiziellen Besuch in Kuba empfing. Aus Anlass eines Treffens mit Papst Benedikt XVI. wĂ€hrend dessen Kuba-Besuchs im MĂ€rz 2012 ließ er verlauten, dass er schon seit den 1960er Jahren der Meinung sei, dass Marxisten und Kirche zusammenarbeiten mĂŒssten.cite-ref-15[15] SpĂ€ter sah er sich verstĂ€rkt als Globalisierungskritiker und Sprecher fĂŒr die Interessen der Dritten Welt.

Sein Ă€ltester Sohn Fidel Castro DĂ­az-Balart (1949–2018), genannt Fidelito (Kleiner Fidel), der aus der Ehe mit seiner ersten Frau Mirta DĂ­az-Balart stammte, war promovierter Atomphysiker und bekleidete verschiedene öffentliche Funktionen im Wissenschaftsbereich.cite-ref-16[16] Nach der Entlassung aus dem GefĂ€ngnis 1955 hatte Fidel drei Kinder mit drei Frauen: Ergebnis der Liaison mit Natalia „Naty“ Revuelta ist die uneheliche Tochter Alina FernĂĄndez Revuelta (* 1956), die 1993 ĂŒber Spanien in die USA floh und als eine der schĂ€rfsten Kritikerinnen ihres Vaters gilt.cite-ref-17[17] Aus einer Beziehung mit MarĂ­a Laborde stammt Sohn Jorge Ángel (* 1956). Mit Micaela Cardosocite-ref-18[18] zeugte er Tochter Francisca „Panchita“ Pupo, die ebenfalls 1956 zur Welt kam.cite-ref-bbc-secretos-6-1[6] Die erste Ehe wurde 1955 wegen Castros Untreue geschieden.cite-ref-19[19]

1980 heiratete Castro in zweiter Ehe seine langjĂ€hrige WeggefĂ€hrtin Dalia Soto del Valle. Er lernte sie, eine Lehrerin, schon in den 1960er Jahren kennen, wĂ€hrend die nationale, nachrevolutionĂ€re Alphabetisierungskampagne lief. Der kubanischen Öffentlichkeit wurde sie allerdings erstmals 2003 prĂ€sentiert, als man Bilder von ihr im staatlichen Fernsehen zeigte.cite-ref-clarin2016-20-0[20] Aus dieser Ehe gingen die Söhne Alejandro, Angelito, Antonio, Alexis und Alexander hervor,cite-ref-0-21-0[21] von denen vor allem Antonio als langjĂ€hriger VizeprĂ€sident des kubanischen Baseball-Verbandes und dritter VizeprĂ€sident des Baseball-Weltverbandscite-ref-22[22] in der Öffentlichkeit stand, wĂ€hrend Alexander, ein Kameramann, den Kontakt mit der Öffentlichkeit stets vermieden hat.cite-ref-0-21-1[21]

Studium und erste politische BetÀtigung

Schon in seiner Schulzeit interessierte sich Castro fĂŒr Sport, vor allem Baseball.cite-ref-23[23] Entgegen einer lange Zeit verbreiteten Legende hat er jedoch niemals einen amerikanischen Profivertrag angeboten bekommen.cite-ref-24[24] Er spielte Baseballcite-ref-25[25] fĂŒr seine UniversitĂ€t und zeigte Zeit seines Lebens großes Interesse an diesem Sport.cite-ref-26[26] 1945 begann er an der UniversitĂ€t von Havanna ein Jura-Studium und fiel durch politisches Engagement auf. Castro gehörte dort zu einer Gruppe von Studenten, die als Los muchachos de gatillo alegre (etwa: Jungs, die fröhlich am DrĂŒcker/Abzug sind) bekannt waren.cite-ref-ros-2003-27-0[27] Er wurde Delegierter der Vereinigung der Jurastudenten, grĂŒndete einen Studentenausschuss gegen Rassendiskriminierung und schloss sich 1947 der Orthodoxen Partei von Eduardo ChibĂĄs an, die gegen die korrupte Regierung von Carlos PrĂ­o und fĂŒr eine an den nationalen Interessen orientierte Wirtschaftspolitik eintrat.

In seiner ersten militanten Aktion beteiligte er sich 1947 am Versuch der Karibischen Legion, mit 3.000 Mann den Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, zu stĂŒrzen. Das Vorhaben scheiterte, die Expeditionsschiffe wurden von kubanischen Kriegsschiffen abgefangen. 1948 heiratete er Mirta DĂ­az-Balart, eine Philosophiestudentin aus einer ebenfalls wohlhabenden kubanischen Familie und die Schwester seines damaligen Freundes Rafael DĂ­az-Balart (der spĂ€tere Diktator Batista soll ein Hochzeitsgeschenk geschickt haben). 1949 wurde sein erster Sohn, Fidelito, geboren. Die Ehe wurde 1955 auf Castros Wunsch hin wieder geschieden. WĂ€hrend der kubanischen Revolution wurde die Guerillera Celia SĂĄnchez (1920–1980) seine LebensgefĂ€hrtin.

Im Jahr 1950 erwarb Castro einen Doktorgrad in Zivilrecht und ein Lizenziat in Diplomatenrecht. Er eröffnete in Havanna eine Rechtsanwaltskanzlei, die er bis 1953 fĂŒhrte. Mit seinem Beruf war er jedoch weder zufrieden noch erfolgreich.cite-ref-28[28] Sein Interesse galt der Politik, und im Juni 1952 wollte er mit der Orthodoxen Partei bei den Parlamentswahlen antreten. Der Staatsstreich vom 10. MĂ€rz, angefĂŒhrt von General Fulgencio Batista, fĂŒhrte zwar zur Absetzung der Regierung Carlos PrĂ­o, durchkreuzte aber Castros PlĂ€ne: Die Wahlen wurden abgesagt, und Castro verklagte daraufhin Batista wegen Verfassungsbruchs, doch die Klage wurde vom Obersten Gerichtshof abgewiesen. Er veröffentlichte dann einen Artikel in Son Los Mismos (einer kleinen studentischen Untergrundzeitung, spĂ€ter als El Acusador bekannt), in dem er Batistas MilitĂ€rputsch verurteilte.cite-ref-29[29]

Angriff auf die Moncada-Kaserne

Nach der gescheiterten Klage gegen Batista erklĂ€rte Castro, dass nach Ausschöpfung aller legalen Mittel nun das in der Verfassung von 1940 verankerte Widerstandsrecht in Kraft getreten sei. Er begann damit, einen Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba und die Kaserne Carlos Manuel de CĂ©spedes in Bayamo vorzubereiten, um einen Volksaufstand im Osten Kubas auszulösen und das Batista-Regime zu stĂŒrzen.

Am 26. Juli 1953 versammelte Castro rund 160 Mitstreiter um sich, um die Kasernen zu stĂŒrmen. 40 Mann waren fĂŒr die Kaserne in Bayamo bestimmt, die restlichen 120, darunter auch Fidel und zwei Frauen, sollten sich mit mehr als 1.500 Mann Besatzung um die Moncada-Kaserne kĂŒmmern. FĂŒnf Studenten lehnten kurz vor der geplanten Aktion den Einsatz ab, so dass Fidels Gruppe nur noch 115 Personen zĂ€hlte.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31] Er rechnete damit, dass die Truppen wegen der Karnevalsfeiern mĂŒde sein wĂŒrden. Der miserabel vorbereitete Versuch, bei dem acht Angreifer und 13 Soldaten getötet wurden, scheiterte. Blutige, teilweise in aller Öffentlichkeit durchgefĂŒhrte Racheaktionen von MilitĂ€r und Geheimpolizei machten die Aktion jedoch landesweit bekannt. Der Erzbischof von Santiago Enrique PĂ©rez Serantes, ein Freund der Castro-Familie, forderte das sofortige Ende der mörderischen Aktionen. Womöglich rettete dieser öffentliche Meinungsumschwung Castro das Leben; denn als er wenige Tage spĂ€ter von einer MilitĂ€rpatrouille aufgespĂŒrt wurde, verhinderte der anfĂŒhrende Feldwebel eine Lynchaktion seiner Soldaten. Castro wurde festgenommen und der Justiz ĂŒberstellt.cite-ref-32[32]

Am 16. Oktober 1953 fand in Santiago de Cuba die Gerichtsverhandlung statt. In seiner Verteidigungsrede sprach Castro den berĂŒhmt gewordenen Satz: „Die Geschichte wird mich freisprechen!“ („La historia me absolverĂĄ!“). Er wurde zu 15 Jahren Zuchthaus auf der Isla de Pinos verurteilt. Unter liberalen Haftbedingungen – sein Schwager Rafael DĂ­az-Balart war inzwischen stellvertretender Innenminister – hielt er weiterhin Kontakt zu seinen politischen Freunden und seiner Familie und bildete sich zusammen mit seinen Mitgefangenen politisch weiter. Die als politische Gefangene privilegierten Moncada-KĂ€mpfer hatten u. a. freien Zugang zu Literatur aller Art. Am 15. Mai 1955 kam Castro im Rahmen einer Generalamnestie nach weniger als zwei Jahren frei.cite-ref-33[33]

Castro verließ im MĂ€rz 1955 die Orthodoxe Partei und grĂŒndete mit seinen GefĂ€hrten auf Kuba am 12. Juni 1955 die Bewegung des 26. Juli. Deren Strategie war der bewaffnete Kampf mit kleinen geheimen Zellen im Untergrund, die ĂŒber das ganze Land verstreut waren.

Exil und Vertreibung Batistas

Da auf Kuba eine militĂ€rische Ausbildung und Vorbereitung nicht möglich war, ging eine Gruppe von 82 KĂ€mpfern am 7. Juli 1955 nach Mexiko ins Exil. Unter der Leitung des ehemaligen spanischen Offiziers Alberto Bayo, der im Spanischen BĂŒrgerkrieg auf Seiten der Republik gegen Francisco Franco gekĂ€mpft hatte, begann die militĂ€rische Ausbildung der Guerilleros. Dort traf Castro auch auf den Argentinier Ernesto Guevara, spĂ€ter von allen Che genannt.

Am 25. November 1956 brach Castro zusammen mit seinem Bruder RaĂșl, Che Guevara, Camilo Cienfuegos und weiteren 78 RevolutionĂ€ren von Tuxpan (Mexiko) mit der Yacht Granma nach Kuba auf, wo sie am 2. Dezember ankamen. Als Comandante en Jefe (Befehlshabender Kommandant) fĂŒhrte er die Rebellenarmee in der Sierra Maestra an.

Nach ĂŒber zwei Jahren Guerillakampf gegen die zahlenmĂ€ĂŸig weit ĂŒberlegene Armee flĂŒchtete Batista am 1. Januar 1959 schließlich aus Kuba. Die Gewerkschaften und auch bĂŒrgerliche Demokraten hatten sich gegen den Diktator gestellt, die USA hatten nach einem Massaker an Oppositionellen ein Waffenembargo verhĂ€ngt und verweigerten militĂ€rischen Beistand. Gleichwohl engagierte sich die CIA bis zum Untergang des Batista-Regimes gegen RevolutionsbefĂŒrworter und fĂŒr das alte Regime, vor allem in Havanna.

Nach dem Sieg wurde Castro, der noch vor der Revolution behauptet hatte, er wolle keine Macht fĂŒr sich persönlich, sondern nach dem Sturz des alten Regimes sich ins Privatleben zurĂŒckziehen, de facto der neue Regierungschef Kubas, indem er in öffentlichen Massenversammlungen und Fernsehansprachen die Politik der RevolutionsfĂŒhrung vorgab. Am 16. Februar 1959 ĂŒbernahm er auch formal das Amt des MinisterprĂ€sidenten, nachdem der erst fĂŒnf Wochen zuvor von ihm eingesetzte JosĂ© MirĂł Cardona zu seinen Gunsten zurĂŒckgetreten war, und ĂŒbergab den Oberbefehl ĂŒber die StreitkrĂ€fte an seinen Bruder RaĂșl.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]cite-ref-36[36]

Castros Rolle beim Aufbau des neuen Kuba

Castro war noch fĂŒr einige Zeit das Bindeglied zwischen linksradikalen RevolutionĂ€ren und den AnhĂ€ngern bĂŒrgerlich-liberaler Überzeugungen innerhalb seiner Anti-Batista-Bewegung, die er allerdings im Laufe des Jahres 1959 (darunter Manuel Urrutia, Huber Matos, Manuel Ray) und in der ersten JahreshĂ€lfte 1960 (Rufo LĂłpez Fresquet, Enrique Oltuski, Marcelo FernĂĄndez Font u. a.) von einflussreichen RegierungsĂ€mtern entfernte und durch prokommunistische Gefolgsleute ersetzte, wĂ€hrend sein Bruder RaĂșl und Che Guevara die Aufnahme von Beziehungen zu den sozialistischen LĂ€ndern forcierten. Seit Januar 1959 hatten die BrĂŒder Castro und Guevara in geheimen Verhandlungen mit der FĂŒhrung der moskautreuen Kommunistischen Partei (PSP) an Castros Wohnsitz in CojĂ­mar sich auf ein gemeinsames Vorgehen verstĂ€ndigt.cite-ref-37[37] Erst nach einem persönlichen Treffen mit Nikita Chruschtschow am Rande der UN-Vollversammlung 1960cite-ref-38[38] begann Castro allmĂ€hlich, sich auch öffentlich positiv zur Sowjetunion zu Ă€ußern. In Anwesenheit von EhrengĂ€sten aus kommunistischen LĂ€ndern erklĂ€rte er in seiner weichenstellenden Rede zum 1. Mai 1960 erstmals, dass er im Gegensatz zu seinen vor der Revolution wiederholten Versprechungen keine freien Wahlen abzuhalten gedenke.cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]

WĂ€hrend Castro, Guevara und andere auf die besondere Rolle Kubas in der revolutionĂ€ren und sozialistischen Bewegung und unter den nichtpaktgebundenen Staaten Wert legten, wollten die Altkommunisten um Blas Roca und AnĂ­bal Escalante die neue Partei und Kuba auf die fĂŒhrende Rolle der Sowjetunion (UdSSR) einschwören. Doch Castro setzte sich nach einem Machtkampf im FrĂŒhjahr 1962 durch.

In der Kubakrise im Oktober 1962 forderte er von Chruschtschow – vergebens – einen atomaren Erstschlag auf US-amerikanisches Territorium fĂŒr den Fall einer US-Invasion in Kuba. Dass sein Land in einem nuklearen Krieg zerstört worden wĂ€re, wollte er in Kauf nehmen, da das kubanische Volk bereit gewesen wĂ€re, seine revolutionĂ€ren „Pflichten gegenĂŒber dem Vaterland und der Menschheit zu erfĂŒllen“, wie er an Chruschtschow schrieb.cite-ref-zitat-lukas-b-ckmann-41-0[41] Er war verĂ€rgert darĂŒber, dass der Abzug der sowjetischen Raketen zur Beendigung der Krise mit ihm nicht abgesprochen worden war.cite-ref-lukas-b-ckmann-42-0[42] WĂŒtend wegen Chruschtschows Einlenken ließ Castro im ganzen Land antisowjetische Demonstrationen durchfĂŒhren.cite-ref-lukas-b-ckmann-42-1[42]

Die Spannungen in den Beziehungen zur UdSSR verschĂ€rften sich nach dem Sturz Chruschtschows 1964 u. a. wegen Che Guevaras Sympathien fĂŒr den Maoismus und nach einem mit Moskau abgesprochenen Versuch von Escalante, Castro zu stĂŒrzen (Ende 1967). Auf einer Kundgebung spielte Castro die betreffenden AbhörbĂ€nder vor; Escalante und seine AnhĂ€nger wurden im Januar 1968 verhaftet. Eine neue Phase der engen Anlehnung an das sowjetische Vorbild setzte bereits wenige Monate spĂ€ter ein, als Castro seine UnterstĂŒtzung fĂŒr die Niederschlagung des Prager FrĂŒhlings erklĂ€rte, die ihn unter linken Intellektuellen damals international viele Sympathien kostete. Die von Castro in den 1970er Jahren vorangetriebene Institutionalisierung des Revolutionsstaates (I. Parteitag, Verfassung, Nationalversammlung) folgte klar dem Muster der sowjetisch dominierten Ostblockstaaten.

Internationalismus

Unter Castro verfolgte Kuba eine Politik des Internationalismus. Er entsandte, gewissermaßen als Gegenleistung fĂŒr die umfangreiche Entwicklungshilfe der Sowjetunion, in enger Anlehnung an die Außenpolitik des Ostblocks, Truppen zur UnterstĂŒtzung kommunistischer Regimes. Die Regierung unterstĂŒtzte beispielsweise die Sandinisten in Nicaragua, die gegen von den USA unterstĂŒtzte, rechtsgerichtete Contra-Gruppen kĂ€mpften.

DarĂŒber hinaus verfolgte Kuba ein dauerhaftes militĂ€risches und geheimdienstliches Engagement in Zentralafrika, besonders in Angola, und auch in Äthiopien. Dort landeten am Vorabend der UnabhĂ€ngigkeit (1975) kubanische Truppen, um der marxistisch-leninistischen Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA) unter Agostinho Neto zur Machtergreifung zu verhelfen und die FNLA und die UNITA zurĂŒckzuschlagen (siehe Kubanischer MilitĂ€reinsatz in Angola).

Wesentlicher Teil des kubanischen Internationalismus ist die Entsendung von Ärzten, Lehrern, Technikern und Konstrukteuren hauptsĂ€chlich in LĂ€nder der Dritten Welt. So wurden bisher ĂŒber 50.000 Ärzte in ĂŒber 60 LĂ€nder geschickt, die dort humanitĂ€re Hilfe leisten und Devisen fĂŒr Kuba erwirtschaften,cite-ref-43[43] nach SchĂ€tzungen des Sozialwissenschaftlers Omar Everleny PĂ©rez Villanueva etwa sechs Milliarden US-Dollar pro Jahr.cite-ref-44[44] Ein Beispiel dafĂŒr ist der Einsatz von kubanischen Ärzten in den Armenvierteln Venezuelas. Beim Projekt „Barrio Adentro“ (dt. etwa: hinein ins Armenviertel) bezogen Ärzte aus Kuba Quartier in den Barrios, um dort eine medizinische Grundversorgung anzubieten und so die bolivarische Revolution zu unterstĂŒtzen. Als Gegenleistung liefert Venezuela sein Öl an Kuba weit unter Weltmarktpreis.

Nach 1989

Castro stand Michail Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika ablehnend gegenĂŒber. Er nahm das mit den Reformen verbundene Risiko eines Auseinanderbrechens des Moskauer Machtbereichs fĂŒr das eigene politische Überleben sehr ernst und verteidigte die von ihm errichtete marxistisch-leninistische Ordnung des kubanischen Staates gegen die im In- und Ausland vorherrschenden Rufe nach wirtschaftlicher und politischer Öffnung.

FĂŒr Kubas Wirtschaft war der Handel mit den LĂ€ndern des Rates fĂŒr gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) von grĂ¶ĂŸter Bedeutung. Als ab 1989 wegen des Systemwechsels in den meisten MitgliedslĂ€ndern der RGW ausfiel, stĂŒrzte Kuba in eine wirtschaftliche Krise, die Castro zu Wirtschaftsreformen zwang. Dazu zĂ€hlten die Legalisierung, Dollars zu besitzen, sowie die Zulassung von selbstĂ€ndigen TĂ€tigkeiten und freien BauernmĂ€rkten, begleitet von einer Öffnung des Landes fĂŒr Touristen und auslĂ€ndische Investoren. Diese Zeit wird heute Periodo Especial en Tiempo de Paz (Sonderperiode in Friedenszeiten) oder kurz Periodo Especial genannt.

Die Versorgungslage hat sich danach trotz weiterhin bestehender EngpÀsse etwas gebessert, das politische System im Wesentlichen aber nicht verÀndert.

Politische Ämter und schrittweises Abtreten ab 2006

Castro hatte das Amt des StaatsprÀsidenten, des Staatsratsvorsitzenden sowie des Ministerratsvorsitzenden gleichzeitig inne. Als PrÀsident hielt er zugleich den Rang eines Comandante en Jefe (Oberkommandierender) der kubanischen Armee. Ferner war er bis 2011 Erster SekretÀr der Kommunistischen Partei Kubas.

Am 1. August 2006 gab Fidel Castro wegen einer schweren Erkrankung alle seine Funktionen und Ämter an seinen jĂŒngeren Bruder RaĂșl ab.cite-ref-45[45] Am Vorabend hatte Castros PrivatsekretĂ€r Carlos Valenciaga einen persönlichen Brief des PrĂ€sidenten im Fernsehen verlesen: „[
] aufgrund der Arbeit Tag und Nacht ohne genĂŒgend Schlaf kam es zu extremem Stress und in der Folge zu Darmblutungen. Deshalb musste ich mich einem komplizierten chirurgischen Eingriff unterziehen.“

Am 17. Dezember 2007, rund einen Monat vor den Parlamentswahlen, deutete Fidel Castro in einem Brief an, dass er sich von seinen FĂŒhrungsĂ€mtern nun vollstĂ€ndig zurĂŒckziehen wolle.cite-ref-46[46] Seinen endgĂŒltigen Verzicht auf eine erneute Kandidatur als StaatsprĂ€sident und Oberkommandierender verkĂŒndete er in einer von der Parteizeitung Granma am 19. Februar 2008 veröffentlichten Mitteilung.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48] Am 24. Februar wĂ€hlte das Parlament seinen Bruder RaĂșl zu seinem Nachfolger.cite-ref-49[49]

Im Vorfeld des VI. Parteikongresses der Kommunistischen Partei im April 2011 sagte Fidel Castro, dass er eigentlich schon seit 2006 den Posten als deren GeneralsekretĂ€r nicht mehr ausĂŒbe.cite-ref-50[50] Am 19. April 2011 trat er das Amt offiziell an seinen Bruder ab.cite-ref-51[51]

Seit der Einrichtung des Parlaments Asamblea Nacional del Poder Popular im Jahr 1976 war Fidel Castro Abgeordneter fĂŒr den Wahlbezirk Santiago de Cuba. Zuletzt ließ er sich 2008 fĂŒr die laufende VII. Legislaturperiode wiederwĂ€hlen, es war sein letztes offizielles Mandat. Nach ĂŒber vierjĂ€hriger Abwesenheit ließ er im August 2010 eine Sondersitzung einberufen, um die Abgeordneten und die Nation in einer Rede vor den Gefahren eines bevorstehenden internationalen Atomkriegs zu warnen.cite-ref-52[52]

Attentate, SturzplÀne

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Hauptartikel

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Attentatsversuche auf Fidel Castro

Seit Castros Amtsantritt gab es zahlreiche MordanschlĂ€ge und PlĂ€ne zu seinem Sturz; siehe hierzu insbesondere die Operation Mongoose der US-amerikanischen Regierung und der CIA. Fabian Escalante, der ehemalige kubanische Geheimdienstchef, der lange Zeit fĂŒr Castros Sicherheit zustĂ€ndig war, will insgesamt 638 Attentate gezĂ€hlt haben, die meisten davon geplant oder unterstĂŒtzt von der CIA und ausgefĂŒhrt von Exilkubanern oder US-amerikanischen Mafiosi.cite-ref-53[53] Die CIA selbst gab bisher acht eigene Mordversuche zu. TatsĂ€chlich gab es wohl um die 30 Attentatsversuche, die Castro, auch dank des effizienten Geheimdienstes, unbeschadet ĂŒberstand.cite-ref-bpb-castro2-54-0[54] Aufgrund der immensen Zahl an Attentatsversuchen soll Castro nach Angaben der regierungsnahen kubanischen Internetseite Cubadebatecite-ref-55[55] ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen werden als jene Person, der weltweit die meisten Attentatsversuche galten.cite-ref-56[56] Im Jahr 2011 war auf der dortigen Online-ReprĂ€sentanz nur ein Eintrag als „am lĂ€ngsten dienender Staatsmann der Welt“ zu finden.cite-ref-57[57]

Die Palette der eingesetzten Mittel reichte von Gift in Zigarren oder Essen ĂŒber Haarausfall bewirkende Chemikalien oder LSD bis zu Schusswaffen oder Bomben.cite-ref-58[58]cite-ref-59[59]cite-ref-60[60] Die CIA arbeitete bei den Attentatsplanungen auch mit den beiden Mafia-GrĂ¶ĂŸen Sam Giancana und Santo Trafficante zusammen, die zu den meistgesuchten Kriminellen der USA gehörten.cite-ref-61[61]

Die von den USA gegen Kuba verhĂ€ngten Wirtschaftssanktionen waren ebenfalls dem Sturz Fidel Castros gewidmet. Robert Torricelli, Initiator des Torricelli Act, erklĂ€rte 1992, das Ziel der Sanktionen sei die Lahmlegung der kubanischen Ökonomie in einem Ausmaß, das innerhalb weniger Wochen zum Sturz des kubanischen PrĂ€sidenten fĂŒhren sollte.cite-ref-62[62] US-Außenminister Colin Powell legte am 1. Mai 2004 einen 500-seitigen Bericht der Beratungskommission fĂŒr ein freies Kuba vor, in dem innerhalb von sechs Monaten unter Mitarbeit des kubanischstĂ€mmigen US-Wohnungsbauministers Mel MartĂ­nez Maßnahmen fĂŒr einen schnellen Regimewechsel auf Kuba erarbeitet worden waren.cite-ref-63[63]

Erkrankung und RĂŒckzug aus der aktiven Politik

Mitte 2006 erlitt Fidel Castro eine Darmblutung und musste sich einer komplizierten Operation unterziehen. UnbestĂ€tigten Angaben zufolge wurden dabei Teile seines Darms entfernt.cite-ref-reuters-fidel-87-64-0[64] In der Folge trat er zunĂ€chst nur „vorlĂ€ufig“, Anfang 2008 dann endgĂŒltig von seinen politischen Ämtern zurĂŒck (siehe oben). Er traf sich jedoch noch gelegentlich mit hohen Besuchern, die nach Kuba reisten, zu privaten GesprĂ€chen. Darunter waren bis 2012 mehrere amtierende und ehemalige StaatsprĂ€sidenten (u. a. Dmitri Medwedew, Mahmud Ahmadineschad und Jimmy Carter) sowie Papst Benedikt XVI.

Sein politischer Einfluss auf die aktuelle Politik kurz vor seinem Tod ist umstritten. Offiziell beriet er nur seinen Bruder RaĂșl, den neuen Staatschef. Jedoch meinten Beobachter, dass wirkliche Reformen in Kuba erst nach Fidel Castros Tod verwirklicht werden könnten, da er weiterhin darauf achte, dass sein Weg der Revolution nicht verlassen wird.cite-ref-65[65] Zwischen MĂ€rz 2007 und Juni 2012 verfasste Castro zahlreiche Kolumnen unter der Rubrik Überlegungen des Genossen Fidel (bis Februar 2008 Überlegungen des Oberkommandierenden Fidel), die in der Parteizeitung Granma und den meisten anderen Medien des Landes veröffentlicht wurden.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67] Danach wurden die Überlegungen seltener. Jedoch widmete er sich um 2013 scheinbar verstĂ€rkt Fragen der Landwirtschaft, um die landeseigene Lebensmittelproduktion zu erhöhen.cite-ref-reuters-fidel-87-64-1[64]

Nachdem Fidel Castro seit 1959 insgesamt zehn US-PrĂ€sidenten erlebt hatte, erklĂ€rte er im Januar 2009, dass er das Ende der Amtszeit des damals neu gewĂ€hlten PrĂ€sidenten Barack Obama, „seines“ nunmehr elften PrĂ€sidenten, im Jahre 2013 wahrscheinlich nicht mehr erleben werde.cite-ref-68[68]cite-ref-69[69] Im Laufe des Jahres wirkte Castro auf den veröffentlichten Fotos jedoch zunehmend gesĂŒnder.cite-ref-70[70] Ende August 2009 war er seit langer Zeit erstmals wieder im Fernsehen zu sehen,cite-ref-71[71] und am 7. Juli 2010 zeigte er sich bei einem Besuch des Nationalen Zentrums fĂŒr wissenschaftliche Forschung (CNIC) erstmals seit seiner Erkrankung wieder in der Öffentlichkeit,cite-ref-72[72] wo er sich zunĂ€chst ausschließlich zu außenpolitischen Themen Ă€ußerte und unter anderem vor einem Atomkrieg infolge eines US-Angriffs auf den Iran oder des Koreakonflikts warnte. Er betonte auch, dass er inzwischen wieder vollkommen genesen sei.

Seit dieser Zeit waren wieder verstĂ€rkt Einmischungen in innenpolitische Themen zu beobachten. Experten sahen darin einen Grund fĂŒr die schleppenden Reformen seines Bruders RaĂșl im Amt des Staatsoberhaupts. Castros wahrer Einfluss auf die Politik seines Bruders in seinen letzten Jahren ist jedoch schwer einzuschĂ€tzen.cite-ref-optenh-gel-2010-3-73-0[73] Der Historiker Michael Zeuske glaubt, dass Fidels RĂŒcktritt es ihm erlaubte, seinen Mythos nicht zu beschĂ€digen. Die notwendigen und fĂŒr die Bevölkerung zum Teil schmerzhaften Reformen mĂŒsse nicht er, sondern sein Bruder RaĂșl verantworten. Fidel dagegen wurde zu Lebzeiten bei vielen Kubanern als derjenige angesehen, „bei dem noch alles besser war“.cite-ref-74[74]

Am 18. August 2010 lobte Castro in der Parteizeitung Granma den russischen Publizisten Daniel Estulin. Dieser behauptet in von Castro zitierten Exzerpten u. a., die GrĂŒnder der Bilderberg-Konferenz hĂ€tten Hitler an die Macht gebracht, den Zweiten Weltkrieg finanziert, die NATO gegrĂŒndet, mit Hilfe der Frankfurter Schule und des Tavistock Institute die Massen durch Rockmusik und Drogen entpolitisiert, den Jom-Kippur-, den Afghanistan- und den Kosovokrieg initiiert, und sie wĂŒrden den Drogenhandel begĂŒnstigen und Flugpassagierdaten ausforschen.cite-ref-75[75] In der folgenden Woche besuchte Estulin Castro zu einem öffentlichen GesprĂ€ch, in dem sich beide darĂŒber einig zeigten, dass die USA Russland militĂ€risch zerstören wollten und Osama bin Laden ein Agent der CIA gewesen sei.cite-ref-76[76]cite-ref-77[77]

Im September 2010 hielt Castro vor jeweils mehreren Tausend Zuhörern seine letzten öffentlichen Reden, zunĂ€chst auf der Freitreppe der UniversitĂ€t Havanna an kubanische Studenten gerichtet, wenige Wochen spĂ€ter zum 50. Jahrestag des Komitees zur Verteidigung der Revolution vor dem Revolutionsmuseum.cite-ref-78[78]cite-ref-79[79]cite-ref-80[80] Bei einem weiteren Vortrag anlĂ€sslich der Vorstellung seines Erinnerungsbands Der strategische Sieg bezeichnete Castro die in Frankreich praktizierte, kontrovers diskutierte Abschiebung von rund 1000 rumĂ€nischen Roma in ihr Heimatland als „Rassen-Holocaust“,cite-ref-81[81]cite-ref-82[82] was von der französischen Regierung heftige Ablehnung erfuhr.cite-ref-83[83] Unmittelbar darauf schrieb Castro in seiner Kolumne, PrĂ€sident Nicolas Sarkozy sei „offenbar gerade dabei, den Verstand zu verlieren“.cite-ref-84[84]

Besonderes Aufsehen erregte Castro im selben Monat durch Äußerungen gegenĂŒber dem US-Journalisten Jeffrey Goldberg, der ihn fĂŒr ein Interview ĂŒber mehrere Tage begleitete. So rief er den iranischen PrĂ€sidenten Mahmud Ahmadineschad auf, seine antisemitische Ideologie zu beenden und das Existenzrecht Israels anzuerkennen.cite-ref-85[85]cite-ref-86[86] Des Weiteren meinte er auf die Frage, ob das „kubanische Modell“ immer noch wert sei, exportiert zu werden: „Das kubanische Modell funktioniert selbst bei uns nicht mehr“.cite-ref-87[87]cite-ref-goldberg2-88-0[88] Nach der Veröffentlichung relativierte Castro seine Aussagen, er habe sie ironisch gemeint, was die bei dem GesprĂ€ch ebenfalls anwesende US-amerikanische Lateinamerikaexpertin Julia Sweig bestritt.cite-ref-89[89] Beobachtern zufolge wollte Castro die eingeleiteten Wirtschaftsreformen seines Bruders RaĂșl gegen WiderstĂ€nde in den eigenen Reihen in Schutz nehmen.cite-ref-90[90] Die Revolution selbst wollte er aber nicht in Frage stellen, so Sweig.cite-ref-goldberg2-88-1[88] Castro-Biograf Carlos Widmann vermutet, dass Fidel zwar weiterhin eher gegen die RaĂșl’schen Reformen war, inzwischen aber resigniert habe. Seine Äußerungen seien Galgenhumor.cite-ref-91[91]

Das seit Ende 2014 aufkommende Tauwetter in den Beziehungen zu den USA sah Castro kritisch. „Wir haben es nicht nötig, dass uns das Imperium etwas schenkt“, war sein zentraler Kommentar zum Besuch von Barack Obama in Kuba im MĂ€rz 2016, dem ersten US-PrĂ€sidenten seit 88 Jahren, der dem Land einen offiziellen Besuch abgestattet hatte. Ob es sich um eine gefestigte Ablehnung der AnnĂ€herung zwischen beiden Staaten oder um eine Good-Cop-Bad-Cop-Strategie zwischen den BrĂŒdern RaĂșl und Fidel handelte, blieb unklar.cite-ref-92[92]

Bei der Parlamentswahl im Februar 2013 gab er erstmals seit seiner Erkrankung in einem öffentlichen Wahllokal seine Stimme ab und stellte sich Fragen der anwesenden Journalisten. Nach den Wahlen gehörten sowohl Fidel als auch sein Bruder RaĂșl weiterhin zu den Abgeordneten.cite-ref-93[93]

Tod

Fidel Castro starb am spĂ€ten Abend des 25. November 2016 nach offiziellen Angaben im Alter von 90 Jahren in Havanna. Sein Bruder RaĂșl verlas anschließend im Fernsehen eine kurze ErklĂ€rung, in der er erwĂ€hnte, dass der Tote am folgenden Tag auf eigenen Wunsch eingeĂ€schert werde.cite-ref-94[94] Die Asche Castros wurde ĂŒber mehrere Tage hinweg bis nach Santiago de Cuba gebracht. Castros letzte Reise nahm damit die umgekehrte Route der „Karawane der Freiheit“, mit der die RevolutionĂ€re 1959 nach dem Sturz des Diktators Fulgencio Batista nach Havanna eingezogen waren.cite-ref-95[95] Die Beisetzung erfolgte nach einer neuntĂ€gigen Staatstrauer am 4. Dezember auf dem Cementerio Santa Ifigenia in Santiago de Cuba.cite-ref-96[96]cite-ref-97[97]

Reaktionen auf seinen Tod

Nachdem Barack Obama nach Jahrzehnten des US-Boykotts gegen Kuba in seiner Amtszeit als PrĂ€sident der Vereinigten Staaten noch zu Lebzeiten Castros wieder diplomatische Kontakte der USA zu Kuba eingeleitet hatte, bezeichnete dessen politischer Gegner und Nachfolger Donald Trump als „President elect“ Castro nach seinem Tod als „einen brutalen Diktator, der sein eigenes Volk fast sechs Jahrzehnte unterdrĂŒckte“. Laut Trump hinterlasse Castro ein VermĂ€chtnis von „Erschießungskommandos, Diebstahl, unvorstellbarem Leid, Armut und der Versagung fundamentaler Menschenrechte“.cite-ref-98[98] Der indische Premierminister Narendra Modi hingegen befand: „Indien beweint den Verlust eines großen Freundes. Möge seine Seele in Frieden ruhen.“cite-ref-granma-internacional-2016-99-0[99] Der PrĂ€sident Boliviens Evo Morales sagte: „Das Ableben des Bruders Comandante Fidel ist sehr schmerzlich. Die beste Ehrung ist die Einheit der Völker, ist, niemals seinen Widerstand gegen das imperialistische Modell und gegen das kapitalistische Modell zu vergessen“.cite-ref-100[100] SĂŒdafrikas PrĂ€sident Jacob Zuma bekannte: „Ich werde die SolidaritĂ€t Kubas in der Phase des Kampfes gegen die Apartheid nie vergessen“.cite-ref-granma-internacional-2016-99-1[99] FĂŒr die Ex-PrĂ€sidentin Brasiliens Dilma Rousseff war Castro „ein zeitgenössischer VisionĂ€r, der an den Aufbau einer brĂŒderlichen, gerechten, von Hunger und Ausbeutung freien Gesellschaft glaubte, an ein vereintes und starkes Lateinamerika.“cite-ref-granma-internacional-2016-99-2[99]cite-ref-101[101] und die Ex-PrĂ€sidentin Argentiniens Cristina FernĂĄndez de Kirchner erklĂ€rte: „Fidel und Kuba treten endgĂŒltig in die große Geschichte ein. Zusammen mit seinem Volk ist er ein Beispiel fĂŒr WĂŒrde und SouverĂ€nitĂ€t.“cite-ref-granma-internacional-2016-99-3[99]

Auszeichnungen, Ehrungen und DenkmÀler (Auswahl)

1961 erhielt Fidel Castro den sowjetischen Internationalen Lenin-Friedenspreis.

Am 11. Dezember 2014 wurde ihm der Konfuzius-Friedenspreis verliehen. Das Komitee begrĂŒndete seine Entscheidung mit Castros „bedeutenden BeitrĂ€gen“ zum Weltfrieden.cite-ref-welt-135251846-102-0[102]

Um den runden Geburtstag Castros im Jahr 2016 zu feiern, ließ TabakhĂ€ndler Jose Castelar am 12. August 2016 in Havanna eine 90 m lange Zigarre rollen und ĂŒberbot damit die Bestleistung im Guinness-Buch der Rekorde. Er spielte darauf an, dass Castro auf einem bekannten Bild in jĂŒngeren Jahren mit Zigarre im Mund und in MilitĂ€runiform abgebildet ist.cite-ref-103[103]

Fidel Castro gehört zu den Alten Freunden des chinesischen Volkes.cite-ref-2-104-0[104] Im November 2022 wurde in Moskau ein drei Meter hohes, aus Bronze bestehendes, Castro-Denkmal durch den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin enthĂŒllt.cite-ref-105[105]

Kritik

Menschenrechtsverletzungen

In den ersten Jahren von Castros Herrschaft wurden zahlreiche, nach US-amerikanischen Studien einige tausend, politische Gegner inhaftiert und hingerichtet.cite-ref-106[106] Gegner Castros wurden als „KonterrevolutionĂ€re“, „Faschisten“ oder „CIA-Agenten“ bezeichnet und ohne Gerichtsverfahren und unter Ă€ußerst erbĂ€rmlichen Bedingungen inhaftiert.cite-ref-107[107] 1965 wurden unter dem Namen „MilitĂ€rische Einheiten zur UnterstĂŒtzung der Produktion“ Arbeitslager eingerichtet, die Che Guevara wie folgt begrĂŒndete: Sie seien fĂŒr „Menschen, welche Verbrechen gegen die revolutionĂ€re Moral begangen haben“. SpĂ€ter wurden dort auch Kubaner inhaftiert, die nach Castros Definition als „soziale Abweichler“ einschließlich Homosexueller und HIV-Infizierter galten, um so „konterrevolutionĂ€re“ EinflĂŒsse aus Teilen der Bevölkerung zu beseitigen.cite-ref-108[108] Die Soziologie-Professorin Marifeli PĂ©rez Stable, die 1960 als Kind aus Kuba kommend in die USA einwanderte und als junge Frau die Revolution unterstĂŒtzte, reflektiert ĂŒber die Kosten des Umsturzes: „[Es gab] tausende Exekutionen, vierzig-, fĂŒnfzigtausend politische Gefangene. Die Behandlung politischer Gefangener, mit dem was wir heute ĂŒber Menschenrechte und Menschenrechte betreffende internationale Normen wissen 
 ist es legitim, die Frage nach möglichen Menschenrechtsverletzungen in Kuba zu stellen.“cite-ref-109[109] Castro gestand zwar ein, dass es auf Kuba politische Gefangene gibt, hielt dies aber fĂŒr gerechtfertigt, da sie nicht wegen ihrer Ansichten, sondern aufgrund „konterrevolutionĂ€rer Verbrechen“ einschließlich Bombenlegung inhaftiert seien.cite-ref-110[110]

Fidel Castro beschrieb die kubanische Opposition als illegitimes Ergebnis einer fortschreitenden Konspiration, aufgezogen von Exilkubanern mit Verbindungen zu der Regierung der USA oder der CIA, was faktisch teilweise auch belegt ist (siehe Attentate, SturzplĂ€ne). Castros UnterstĂŒtzer behaupteten, seine Maßnahmen seien legitim, um den Sturz der kubanischen Regierung zu verhindern, wĂ€hrend seine Gegner, die exilkubanische Opposition in den USA und die USA selbst, hinter dieser Darstellung Schuldzuweisungen sehen, um die politischen VerhĂ€ltnisse zu rechtfertigen.

Amnesty International zĂ€hlte im Jahresbericht 2006 insgesamt 71 gewaltlose politische Gefangene (prisoners of conscience). Außerdem waren 30 Gefangene zum Tode verurteilt, wobei seit 2003 keine Exekution mehr vollstreckt wurde.cite-ref-111[111] Die Internationale Gesellschaft fĂŒr Menschenrechte berichtet sogar von 300 namentlich bekannten politischen Gefangenen. Sie hat ein Patenschaftsprogramm deutscher Abgeordneter fĂŒr die Inhaftierten aufgelegt.cite-ref-112[112] Unter der PrĂ€sidentschaft von Fidel Castros Bruder RaĂșl wurden die von Amnesty International anerkannten sowie weitere politische HĂ€ftlinge bis MĂ€rz 2011 entlassen und sĂ€mtliche bestehenden Todesurteile bis Ende 2010 in Haftstrafen umgewandelt.cite-ref-113[113]cite-ref-114[114]

Personenkult

Die Ansichten ĂŒber einen Personenkult um Fidel Castro sind ambivalent. Bis zu seinem RĂŒcktritt war er in den kubanischen Medien stĂ€ndig prĂ€sent. Er war eine Identifikationsfigur der kubanischen Revolution und der politischen Linken. In Kuba selbst wurde er schon zu Lebzeiten kultisch verehrt.cite-ref-standard-fidel-forschung-115-0[115] SchĂŒler lernen seine Thesen auswendig. WĂ€hrend der Trauerfeier trugen sie „Viva Fidel“ an ihren Wangen, alle riefen „Soy Fidel“ (Ich bin Fidel).cite-ref-116[116] Darstellungen Castros sind auf kubanischen Briefmarken zu finden, Bilder von ihm hĂ€ngen in vielen öffentlichen GebĂ€uden in Kuba. Es wurden aber keinerlei Statuen oder DenkmĂ€ler errichtet, auch wurden keine Straßen oder PlĂ€tze nach ihm benannt.cite-ref-117[117]

Das soll nach erklĂ€rtem Willen Fidels auch nach seinem Tod so bleiben: „Der RevolutionsfĂŒhrer hat jeden Personenkult abgelehnt und war darin bis in seine letzte Lebensstunde konsequent.“cite-ref-118[118] Rund fĂŒnf Monate nach seinem Tod wurde dann an der UniversitĂ€t Havanna ein Lehrstuhl fĂŒr Fidel-Castro-Forschung gegrĂŒndet. Dort sollen die verschiedenen Aspekte seines Erbes systematisch aufgearbeitet werden.cite-ref-standard-fidel-forschung-115-1[115]

Kubanische und internationale KĂŒnstler widmeten ihm zahlreiche Lieder und Gedichte. Das wohl bekannteste Lied ist „Y en eso llegĂł Fidel“ von dem kubanischen Liedermacher Carlos Puebla.cite-ref-119[119]

In den kubanischen und internationalen Medien wurde er hĂ€ufig auch als MĂĄximo LĂ­der (GrĂ¶ĂŸter FĂŒhrer) oder Comandante en Jefe (Oberkommandierender) bezeichnet. Nach seinem RĂŒcktritt von seinen offiziellen Ämtern lautete der Titel LĂ­der histĂłrico de la RevoluciĂłn Cubana („Historischer FĂŒhrer der kubanischen Revolution“).cite-ref-reuters-fidel-87-64-2[64]

Lebensstil

Im Jahr 2006 kam das US-amerikanische Businessmagazin Forbes mit einer Story heraus, wonach Castro und seine Familie ĂŒber ein Vermögen von rund 900 Millionen Dollar verfĂŒgen wĂŒrde. Dies wurde von offizieller Seite heftigst bestritten: ganz im Gegenteil. Fidel teile die Nöte der Bevölkerung und verdiene selbst auch nur 900 Pesos (rund 34 Dollar).cite-ref-120[120]cite-ref-nzz-sandro-121-0[121] Forbes selbst bestĂ€tigte auf Nachfrage, dass es sich bei den Vermögenswerten lediglich um SchĂ€tzungen handele und man einige Staatsunternehmen mit eingerechnet habe.cite-ref-122[122]

Jedoch kamen nach dem Tod Fidels immer mehr Details ĂŒber das vergleichsweise luxuriöse Leben der Castro-Familie ans Licht.

Sein Sohn Antonio fiel beispielsweise mehrfach durch Aufenthalte auf Luxusjachten oder in Luxushotels mit Preisen von mehr als tausend Dollar pro Nacht auf.cite-ref-clarin2016-20-1[20] Juan Reinaldo SĂĄnchez, ein ehemaliger LeibwĂ€chter Castros, berichtet in seinem Buch La Vie CachĂ©e de Fidel Castro vom aufwendigen Lebensstil des RevolutionsfĂŒhrers, der im Gegensatz zu seiner kommunistischen Ideologie stehe. So berichtete SĂĄnchez, Castro sei in seiner Zeit als Staatsoberhaupt u. a. Besitzer einer Yacht samt Yachthafen, einer privaten Insel und eines Basketballplatzes gewesen.cite-ref-123[123]cite-ref-124[124]cite-ref-125[125]cite-ref-126[126]cite-ref-127[127]

Auch Enkel Sandro, Sohn von Fidels Sohn Alex Castro macht aus seinem vergleichsweise luxuriösem Lebensstil keinen Hehl und prÀsentiert es offen als Influencer in den Sozialen Medien.cite-ref-nzz-sandro-121-1[121]

Trivia

1992 lud der langjĂ€hrige MinisterprĂ€sident Galiciens, Manuel Fraga Iribarne, Fidel Castro in den Geburtsort seines Vaters ein. Castro besuchte das Haus, in dem sein Vater 1875 geboren wurde. Wie viele andere Galicier suchte dieser spĂ€ter sein GlĂŒck auf Kuba.cite-ref-128[128]

Die lÀngste Rede der UN-Plenarsitzungen zwischen 1945 und 1976 hielt am 26. September 1960 Castro. Die Rede auf der 872. Sitzung dauerte 269 Minuten.cite-ref-129[129]cite-ref-130[130]

Castros Werke in deutscher Übersetzung (Auswahl)

Chronologisch geordnet

‱ Fanal Kuba. Reden und Schriften 1960–1962. Dietz Verlag, Berlin 1963.
‱ Über Che Guevara. 1. Auflage: Voltaire Verlag, Berlin 1967.
‱ Unsere StĂ€rke liegt in der Einheit. Besuche in der DDR, der UdSSR und in Chile. Dietz Verlag, Berlin 1973.
‱ Kampf und Tod Salvador Allendes. Pahl-Rugenstein, Köln 1974, ISBN 3-7609-0145-X.
‱ AusgewĂ€hlte Reden zur internationalen Politik 1965–1976. Rotpunktverlag, ZĂŒrich 1976, ISBN 3-85869-001-5.
‱ AusgewĂ€hlte Reden. Dietz Verlag, Berlin 1976.
‱ Briefe 1953–1955. Offizin Andersen Nexö Leipzig, 1984.
‱ Wenn wir ĂŒberleben wollen. Die ökonomische und soziale Krise der Welt. Weltkreis-Verlag, Dortmund 1984, ISBN 3-88142-308-7.
‱ Fidel Castro – Mein Leben (mit Ignacio Ramonet; dt. Barbara Köhler). Rotbuch Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86789-128-8.
‱ Reflexionen. Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2008, ISBN 978-3-939828-32-7.
‱ Die Geschichte wird mich freisprechen. Rotbuch Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86789-061-8.
‱ Der strategische Sieg. Erinnerungen an die Revolution. Verlag Neues Leben, Berlin 2012, ISBN 978-3-355-01800-5.

Filmische Rezeption

‱ Richard Fleischer: Che! USA 1969, mit Jack Palance in der Rolle von Fidel Castro
‱ Oliver Stone: Comandante. Optimum Home Entertainment, London 2002, Dokumentation
‱ Oliver Stone: Looking For Fidel. 2003, Dokumentation
‱ David Attwood: Fidel & Che. USA 2002, 123 Min., Drama/Biografie
‱ Daniel Leconte: Fidel Castro – Der Weg zur Macht. Frankreich 2004, Dokumentation Infos zum Film (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) Rezension
‱ Adriana Bosch: Fidel Castro: Eine Ära geht zu Ende. USA 2006, 108 Min., Dokumentation
‱ Dollan Cannell: 638 Ways to Kill Castro, Channel 4, 75 Minuten

Literatur

‱ Frei Betto: NachtgesprĂ€che mit Fidel. Union-Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-372-00220-2.
‱ Leycester Coltman: Der wahre Fidel Castro. Biographie. Artemis & Winkler, DĂŒsseldorf 2005, ISBN 3-538-07200-0.
‱ Robert Crooks: Fidel Castro und die revolutionĂ€re Tradition Cubas: Studien zur revolutionĂ€ren Tradition Cubas, 1868–1959. [MĂŒnchen] 1972, DNB 751132802 (Dissertation der UniversitĂ€t MĂŒnchen, Philosophische FakultĂ€t I, 1972, 233 Seiten).
‱ Alina Fernández Revuelta: Ich, Alina. Mein Leben als Fidel Castros Tochter. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-60941-X.
‱ Norberto Fuentes: Die Autobiographie des Fidel Castro. C. H. Beck, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-406-54216-6; dtv, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-423-34495-1.
‱ Claudia Furiati: Fidel Castro. Uma biografia consentida. Editora Revan, Rio de Janeiro 2001, ISBN 978-85-7106-237-5.
‱ Juan Reinaldo SĂĄnchez und Axel GyldĂ©n: Das verborgene Leben des Fidel Castro. LĂŒbbe, Köln 2015, ISBN 978-3-7857-2534-4.
‱ Jeanette E. Heufelder: Fidel. Ein privater Blick auf den Máximo Líder. Eichborn, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-8218-3980-5.
‱ Thomas M. Leonard: Fidel Castro. A biography. Greenwood, Westport (Conn.) 2004, ISBN 0-313-32301-1.
‱ Frank Niess: Fidel Castro. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, ISBN 978-3-499-50679-6.
‱ JosĂ© Pardo Llada, Fidel de los Gesuitas al Moncada. BogotĂ  1976.
‱ Robert E. Quirk: Fidel Castro. Die Biographie. edition q, Berlin 2001, ISBN 3-86124-538-8.
‱ Simon Reid-Henry: Fidel & Che. A Revolutionary Friendship. Sceptre, London 2008.
‱ Peter Schenkel Eisenhertz: Kuba unter Castro. Fidel, Che, die Revolution und ich. Herbig, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-7766-2574-5.
‱ Volker Skierka: Fidel Castro. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-61386-7.
‱ Tad Szulc: Fidel. A Critical Portrait. New York 1986, ISBN 0-340-48763-1.
‱ Hugh Thomas: Castros Cuba. Siedler, Berlin 1984, ISBN 3-88680-035-0.
‱ JosĂ© de Villa, JĂŒrgen Neubauer: Maximo LĂ­der. Fidel Castro: Eine Biografie. Econ, Berlin 2006, ISBN 978-3-430-30001-8.
‱ Carlos Widmann: Das letzte Buch ĂŒber Fidel Castro. Hanser, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-446-24004-9.
‱ Bernd Wulffen: Eiszeit in den Tropen. Botschafter bei Fidel Castro. Links, Berlin 2006, ISBN 3-86153-406-1.
‱ Michael Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert. 2. Aufl. Rotpunktverlag, ZĂŒrich 2004, ISBN 3-85869-208-5.
‱ Michael Zeuske: Kuba im 21. Jahrhundert. Revolution und Reform auf der Insel der Extreme. Rotbuch, Berlin 2012, ISBN 978-3-86789-151-6.

Siehe auch

‱ Castrismus

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: Fidel Castro

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‱ Literatur von und ĂŒber Fidel Castro im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Fidel Castro – Mit der Motoryacht in die Revolution. In: Zeitblende von Schweizer Radio und Fernsehen vom 3. Dezember 2016 (Audio)

Einzelnachweise

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